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| Die
Tlahuica-Kultur |
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Yautepec
Yautepec war ein urbanes Zentrum der Azteken,
dessen Ruinen sich unter der Stadt gleichen Namens im Bundesstaat Morelos,
Mexiko befinden. Drei archäologische Projekte machen Yautepec neben
der Hauptstadt des Imperiums zu einer der meist studierten aztekischen
Städte. Hortensia de Vega Nova
vom INAH von Morelos (Instituto Nacional de Antropología e Historia)
begann mit Ausgrabungen des königlichen Palasts von Yautepec, anschliessend
leitete Michael E. Smith Ausgrabungen von Häusern in Yautepec und
später führten seine Studenten Lisa Cascio und Timothy Hare
eine regionale Untersuchung der Ansiedlungen im Tal von Yautepec durch.
Diese Seite beschreibt einige der Resultate der ersten zwei Projekte.
Keines der drei Projekte ist abgeschlossen und im aztekischen Yautepec
gib es noch viel zu entdecken. Die Bewohner Yautepecs waren die Tlahuicas,
eine der regionalen ethnischen Gruppen der Azteken-Kultur.
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Der königliche Palast von Yautepec
Während vieler Jahre hatten die Archäologen
einen grossen Hügel aus der Azteken-Zeit am Stadtrand von Yautepec
in Morelos bemerkt, trotzdem hatte sich niemand die grosse Bedeutung dieser
Struktur vorstellen können. Als der Hügel durch die Ausdehnung
der Stadt in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts bedroht wurde, beschloss
eine lokale Bürgerinitiative, Massnahmen zu seiner Rettung zu treffen.
Eine Archölogengruppe der mexikanischen Regierung begann 1989 mit
Ausgrabungen und die Arbeiten dauerten bis in die 90er Jahre hinein. Dabei
wurde eine enorme, 6000 Quadratmeter grosse Plattform aus Stein gefunden,
die der königliche Palast von Yautepec gewesen war. Dies ist der
erste von Archäologen ausgegrabene königliche Aztekenpalast.
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Yautepec war ein mächtiges regionales
Zentrum, dessen Tlatoana 4 oder 5 Stadt-Staaten des Tals von Yautepec
beherrschte. Die aztekische Stadt Yautepec war die grösste
Ansiedlung dieser Region und die Grösse des prächtigen
Palastes spiegelt die Wichtigkeit der Machtgrösse ihres Tlatoanis
wieder.
Die Aussenmauern der Struktur waren vier Meter hohe Steintafeln,
die die Einwohner Yautepecs und ihre Besucher sicherlich stark beeindruckten.
Zugang hatte man nur über eine Treppe auf der Westseite des
Gebäudes, an die sich ein Flur anschloss, der in das Innere
des Palastes führte.
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Ausgrabungen auf der Plattform förderten
verschiedene Plätze, Räume und Passagen zutage, die alle aus
Stein gebaut und mit Stuck bedeckt waren. Die Wände des Palasts waren
mit polychromatischen Wandmalereien geschmückt. In dem Komplex konnten
verschiedene Bauphasen nachgewiesen werden. Bis heute haben die Archäologen
nur 1/4 der Palastfläche erforscht. Sollte es einen zentralen Hof
oder Platz gegeben haben, so ist dieser noch nicht ausgegraben worden.
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Ausgrabungen von Häusern in
Yautepec
Der Palast befindet sich am Stadtrand
und weist aztekische Wohnanlagen auf, die sich in Richtung der Felder
im Westen und Süden ausdehen. Michael E. Smith und seine Frau
gruben Häuser in diesem Bereich aus. Allgemein kan gesagt werden,
das diese Ausgrabungsstätte sehr viel neue Information Uber
das städtische Leben der Azteken geliefert hat.
In der ersten Grabungsphase (1992) wurde
die Konzentration von Artefakten auf Oberflächenniveau zum
Ausgangspunkt für das Festlegen der Grösse und Form der
Aztekenstadt genommen. Dies war auf den Feldern relativ einfach,
innerhalb des Dorfes aber wesentlich schwieriger. Es musste an viele
Türen gepocht und den Leuten dIe Nachforschungsabsicht erklärt
werden, damit die Dorfbewohner den Zugang und das Schürfen
nach Tepalcates (Keramikstücke), Obsidianscherben und anderen
Elementen auf ihren Grundstücken erlaubten. Die grosse Anzahl
der gefundenen Artefakte war überraschend und die Güte
der Dorfbewohner trug entscheidend zum Erfold der Arbeiten bei.
Es wurden mehrere hundert Oberflächenspots von 2 x 2 Metern
abgesucht, wobei die Dichte der gefundenen Artefakte in Computer
eingegeben wurde und so der Umfang der einstigen Stadt Yautepec
bestimmt werden konnte.
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Die Stadt erreichte ihre maximale Ausdehnung
von 210 Hektar in der späten Azteken-Zeit (1430-1520), die
mit der 'Eroberung' durch die Spanier endete. Wenn auch einige Niederlassungen
in der Epoche vor der frühen Azteken-Zeit (1100 - 1350) bestanden
hatten, so war es doch in dieser Zeit, dass die Bevölkerung
beträchtlich anstieg, was nahelegt, dass Yautepec, wie andere
Städte auch, von Auswanderern aus Aztlán gegründet
wurde.
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In der zweiten Ausgrabungsphase
(1993) wurden dann Häuser, Abfallhalden und andere Schlüsselgebiete
in und um Yautepec ausgegraben. An verschiedenen Orten innerhalb
der heutigen Stadt Yautepec wurde gegraben, auf Schulhöfen,
brachliegenden Grundstücken, Wohngebieten, Kirchhöfen,
Feldern und sogar auf einer Strasse. Insgesamt wurde an 17 Stellen
in Yautepec ausgegraben. 12 der 17 Grabungen wurden betrieben, um
Häuser auszugraben. Es wurden 7 aztekische Häuser und
mehrere Halden gefunden. Ihre Lage ist in der Karte ersichtlich.
Es wurde eine Residenz der Elite (Struktur
6) ausgegraben, 5 einfache Wohnräume (Strukturen 1-4 und
7) und eine mittlere (Struktur 6). Dies ist die erste Reihe von
in Zentralmexico ausgegrabenen städtischen Bauten. Überraschend
war die Ähnlichkeit zwischen den städtischen und den
ruralen Häusern, die zuvor in Cuexcomate
und Capilco ausgegraben worden
waren. Die Siedlungsdichte war in Yautepec nicht viel höher
als in den ländlichen Orten. Das bedeutet, dass die Stadt
über weite Räume für Gärten und Felder innerhalb
ihrer Grenzen verfügte.
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| Die ersten Resultate
erlauben die Vermutung, dass möglicherweise ein Wohngebiet im
Westen des Palasts den reicheren Bewohnern vorbehalten war, vielleicht
handelte es sich um Adelige und/oder wohlhabenderen Einwohner. Wenn
auch die in anderen Teilen der Stadt gefundenen Häuser kleiner
waren als die in dieser Sektion gefundenen, so waren doch wahrscheinlich
alle Bewohner Yautpeces begütert. In den gefundenen Gruppen von
Artefakten gab es neben lokalen Produkten auch importierte Objekte,
etwa Obsidian aus Pachuca, Salz aus dem Tal von Zentralmexiko sowie
Kupfer und Bronze aus dem Tarasco-Gebiet. Innerhalb con Yautepec konnten
Werkzeuge und Obsidianobjekte, Schmuck, Keramikfiguren, Amate-Papier
und Baumwolltextilien ausgemacht werden. Leider erlauben die Daten
keine Bestimmung bestimmter Wohnviertel als Produktionsstätten
für gewisse Waren, so wie es etwa in der Stadt Otumba möglich
war. |
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| Die Lage des kolonialen und
modernen Yautepec ein wenig im Norden des aztekischen Yautepec war
ausschlaggebend für den Erfolg der Ausgrabungen. In fast allen
Dörfern Zentralmexikos bauten die Spanier direkt auf den aztekischen
Konstruktionen, wobei sie die Steine der Pyramndert durchgeführt,
ohne dass dabei Hinweise auf darunter liegende Tempel aus der Aztekenzeit
gefunden werden konnten. Es ist nicht bekannt, warum die Spanier ihre
Stadt nördlich der aztekenstadt gründeten, die Archälogen
sind aber sehr glücklich darüber, dass dies so war. |
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Das Stadtleben im aztekischen
Yautepec
Das Leben des gemeinen Stadtvolkes ähnelte
in vielen Aspekten dem der Landbevölkerung. Beide Gruppen (macehualli)
waren Untertanen der Adeligen, beide lebten in 'calpolli' genannten
Distrikten. Die Mehrheit der aztekischen Dörfer waren kleine
Ansiedlungen und viele der Stadtbewohner waren Bauern und teilzeitlich
als Kunshandweker tätig.
Die Städte waren aber die Residenzen der Tlatoanis und der
Regierungssitz der Vertreter des Tlatoanis und die Leute in den
Städten waren dem königlichen Palast stärker verbunden.
Da in den Städten auch die Märkte stattfanden und mehr
Adelige dort wohnten, gab es unter der Stadtbevölkerung mehr
spezialisierte Kunsthandwerker. Besonders jene, mit der Herstellung
von Luxusgütern beschäftigten Kunsthandwerker, standen
in der Gunst des Königs und der Noblen.
Die bei den Ausgrabungen im Zentrum von
Yautepec gefundenen Häuser der einfachen Leute waren etwas
grösser als die in Cuexcomate und Capílco gefundenen.
Die gefundenen Hausutensilien aus den städtischen Häusern
waren fast identisch mit den in den ländlichen Gebieten ausgegrabenen,
obwohl in der Stadt eine grössere Kunsthandwerksproduktion
festgestellt werden konnte. Die Bewohner mehrere Häuser von
Yautepec stellten Klingen und andere Obsidianobjekte her, auch die
Herstellung von Tonfiguren war üblich.
Wie in anderen Aztekensiedlungen war auch
in Yautepec die Herstellung von Fäden und Textilien die weitverbreitetste
Tätigkeit. Alle Frauen nahen an der Textilproduktion teil.
Mehrere Utensilien für das Spinnen wurden gefunden und auch
hunderte von Tonfiguren, die bei häuslichen Ritualen verwendet
wurden, wobei es sich grösstenteils um Darstellungen von Frauen
handelt. Aber auch Männer, Tiere, Pflanzen und Gottheiten wurden
dargestellt.
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Information über das Yautepec-Projekt
der Albany-Universität
Das archäologische Project Yautepec
ist eine Analyse des Urbanismus und der häuslichen Organisatien
in der aztekischen Stadt Yautepec, die im Bundesstaat Morelos in
Zentralmexiko liegt. Mit Unterstützung der National Science
Foundation, des National Endowment for the Humanities und anderer
Organisationen wird dieses Projekt von Michael E. Smith, Professor
für Archäologie an der Albany-Universität (State
University of New York) geleitet.
1992 wurde die moderne Stadt Yautepec
kartographiert, um die Lage und Grösse der Aztekenstadt zu
bestimmen. Sechs Monate lang wurden Häuser und andere Strukturen
in Yautepec ausgegraben. Diese ersten auf aztekische Häuser
gerichteten Ausgrabungen förderten dichte Ablagerungen von
Artefakten zutage (1,2 Millionen Tepalcates), aus denen häuslichen
Bedingungen, die Kunsthandwerksproduktion, der Handel und die domestischen
Rituale herausgelesen werden konnten.
Aufgrund der Ergebnisse der anfänglichen
Studien wurde eine neue Chronologie der postklassischen Keramik
von Yautepec bestimmt. Ebenso ist das Verständnis der Keramik-
und Steinmaterialien gestiegen. Kupfer- und Bronzeobejekte sind
von Frau Dr. Dorothy Hosler vom MIT bei der ersten Anwendung von
Bleiisotopenanalysen auf die antike mexikanische Metallurgie untersucht
worden. Andere Mitglieder des Teams untersuchen die Textilproduktion,
den Gebrauch und die Herstellung von Obsidiangegeständen, die
domestischen Rituale, die Herstellung der Tonfiguren, Handel und
Tausch von Keramik und Obsidian, wobei verschiedene archäometrische
Techniken eingesetzt werden.
1994 und 1995 arbeiteten Gruppen von der
SUNY-Universität an einer regionalen Kartographie des Tals
von Yautepec. dabei wurden von Michael E. Smith und seinen Studenten
Lica Cascio und Timothy Hare mehr als 400 Lagerstätten aus
verschiedenen Perioden gefunden.
Ein anderer Aspekt des Yautepec-Projekts
war die Öffentlichkeitsarbeit. Mitglieder des Teams gaben vor
mehr als tausend Studenten Konferenzen, um die Ausgrabungsarbeiten
zu präsentieren und mitzuteilen, was wir über das Yautepec
der Vergangenheit wisssen.
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Weiterführende Literatur
Hare, Timothy S. and Michael E. Smith (1996) A New Postclassic
Chronology for Yautepec, Morelos. Ancient Mesoamerica 7:281-297.
Smith, Michael E. (1996) The Aztecs. Blackwell Publishers, Oxford.
Smith, Michael E., et al. (1994) The Size of the Aztec City of Yautepec:
Urban Survey in Central Mexico, Ancient Mesoamerica 5: 1-11.
Hosler, Dorothy and Andrew Macfarlane (1996) Copper Sources, Metal Production,
and Metals Trade in Late Postclassic Mesoamerica. Science 273:1819-1824.
Smith, Michael E., Timothy S. Hare, and Lea Pickard (1996) Yautepec City-States
in the Mesoamerican World System. Unpublished paper presented at the 1996
annual meeting, American Anthropological Association. |
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Die Tlahuica-Kultur Homepage
- Die Ruinen der Tlahuicas:
- Archäologisch interessante und dem Publikum
zugängliche Orte.
- Die Tlahuicas:
- Historische Information über die Tlahuicas.
- Yautepec, eine Stadt
der Tlahuicas:
- Vor kürzerer Zeit in Yautepec, Morelos
durchgeführte Ausgrabungen.
- Ländliche
Tlahuica Orte
- Information über Ausgrabungen in den
ländlichen Tlahuica-Orten Cuexcomate und Capilco.
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